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Reviews

added by manu on 2009-10-20 15:49:36
BabelFishh & Oskar Ohlson - Pinky Swear

Unter Babel Fish findet man im Hitchhiker's Guide to the Galaxy folgende Beschreibung: "klein, gelb und Blutegel-artig, und wahrscheinlich das eigenartigste Ding im Universum." Er wird als Unviversal-Uebersetzer verwendet, in einem Ohr eingesetzt empfaengt er Schallwellen und verwandelt diese in Hirnstroeme und laesst den Traeger eines Babelfisches somit jede Sprache die in seiner Umgebung gesprochen wird verstehen.

Hoert man sich durch die Tracks von diesem Album, haette man ab und zu gerne so einen Uebersetzer im Ohr, keine leichte Kost die einem hier aufgetischt wird. Weitab von klassischem Storytelling treffen hier viel mehr Attribute wie "abstract" und "experimental" zu, wahrlich Hirn- und Gedankenstroeme, die hier direkt in Worte uebersetzt wurden, im ersten Anhoeren schier unmoeglich zu verstehen. Abhilfe verschafft da nur mehrmaliges durchhoeren und lesen der mit der LP mitgelieferten Lyrics, und auch selbst dann sind die scheinbar wild aufeinanderfolgenden Fragmente manchmal schwer zu einem Sinn ergebendem ganzen zusammenzufuegen. Muss ja auch nicht unbedingt sein, Musikstudenten werden das Album ja sowieso hassen, stellt Babelfishh gleich in der dritten Zeile des Albums klar. Dies obwohl gerade die Musik von Oskar Ohlson sehr viel dazu beitraegt, dass man das Album nicht einfach nach einmal durchhoeren wieder ins Regal stellt sondern es immer und immer wieder abspielt, um jedesmal mehr und mehr der Details, die sowohl musikalisch und lyrisch zahlreich vorhanden sind, zu entdecken und zu verstehen. Die meisten Tracks beginnen eher ruhig, aber so wie sich Babelfishh gegen Ende immer mehr in Richtung Wahnsinn zu rappen scheint, bearbeitet auch Oskar Ohlson sein Schlagzeug und all die weiteren Instrumente und Geraete haeufig ziemlich wild, aber doch alles noch innerhalb des Etragbaren, sehr gut Ertragbaren sogar.

Aber es finden sich auch einige ruhige Tracks wie z.B. "In or out bound", ein schoener, sehr melancholischer Track, ueber die schiere Auswegslosigkeit, wie sie wohl mancherorts, nicht nur in Texas wo BF herkommt, herrscht.  Oder dann auch schon fast romantisch anmutende Poesie, wie auf "Vacant Funeral", eine Ode an handgeschriebene Briefe, die stellvertretend fuer durch den Fortschritt aussterbende Sachen stehen.  Mein Favorit ist eindeutig "Little Puppy Stampede" mit Bleubird und Audio88, auch wenn letzterer keinen coolen Tiernamen hat wie die anderen beiden. Babelfishh erwaehnt hier "weirdo rap", was wohl seinen Style ziemlich gut beschreibt. Es braucht wirklich ein bisschen Zeit und Geduld um sich in Babelfishh's Gedanken- und Gefuehlswelt, welche sich in seinen Texten wiederspiegelt, zurechtzufinden. Sich die Zeit zu nehmen lohnt sich aber, je laenger man sich mit dem Album resp. den Texten auseinandersetzt, desto zugaenglicher und verstaendlicher werden sie und ringen einem auch immer wieder das eine oder andere - melancholische - Schmunzeln ab.

 


a01 thanks for listening if your listening
a02 camp side page burst  
a03 coin counting (feat. winterismyname)
a04 letter to lucien
a05 one syllable name (feat. com.pare)
a06 in or out bound
a07 the distance between us (feat. univac)
a08 close knit guild (feat. home)

b01 i promise not to promise
b02 six six snebbes
b03 boney since birth (feat. scarlet scamper)
b04 little puppy stampede (feat. audio88 and bleubird)
b05 factory whistle
b06 we always get the roadbumps (feat. the beastmaster)
b07 vacant funeral

knertz