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added by Mich on 2010-05-10 05:46:52
The Galloping Halfwits Tourbericht
gh tour

Für die beiden letzten Aprilwochen und die ersten Tage im Mai 2010 war die Galloping Halfwits-Tour vorgesehen, mit Babel Fishh, Filkoe aka Dug Yuck, James Reindeer und JamesPHoney der US-Westküste entlang. Zu meiner grössten Freude durfte ich da als Handlanger, Aufpasser, Roadie und Freund mit von der Partie sein, das Geschehen rund um eine (wohl nicht unbedingt normale) Tour beobachten, staunen und während der langen Autofahrten einige Notizen hierfür machen. Alles ist simpel gehalten, für diesen Bericht eher unwichtige Eskapaden werden meist vor aussen gelassen (einiges hat sich trotzdem eingeschlichen). Bleibt zu hoffen, dass der erlebte Spass der Halfwits wenigstens ansatzweise übertritt.

Nach einigen Tagen in Seattle, nachdem uns die Nachricht der Aschenwolke aus Island in Unsicherheit wiegt (die Jameses müssen ihren Flug vorerst verschieben), findet im Indian Restaurant Madhu eine Art Freestyle-Session statt. Filkoes Freund Milo will ab diesem Tag regelmässig etwas anreissen, und heute ist mehr oder weniger Hauptprobe. Kaum Leute da, es weiss ja auch niemand davon, dafür aber ein euphorisches Paar aus Korea (Chef und Angestellte), viel Freestyle, das Bier 3$, auf dem Bordsteig zu Passanten rappende Jünglinge und ein wütender Restaurantbetreiber bilden also den Anfang. Nicht so schlecht. Alle sind ja noch fit und können sich danach wieder bei Filkoe in den gewohnten vier Wänden schlafen legen. Wieder folgen einige Tage in Angst und Bang um die möglicherweise gar nicht mehr aufkreuzenden James Reindeer und JamesPHoney in Seattle mit Burritos, Taco Bell, und einem der wildesten Plattenläden "Bop Street Records". Vor beinahe zehn Jahren gab es mal eine Jazz- und Funk-Wantlist, die sich über Jahre kaum änderte, aber an diesem Ort hätte so ziemlich alles in einem Zug von der Liste gestrichen werden können, Blues-Regale nach jeweiligem Jahrzehnt angeschrieben… Wahnsinn!

Egal, danach die erste richtige Show von den vorerst zu Babel Fishh und Filkoe minimierten Halfwits im "Ballard Mines", ein mehr oder weniger privater Club im Untergeschoss eines Gewerbehauses, sie dürfen für diesen Abend leider keine Werbung machen, weil der Club "Chop Suey", in dem die vier ursprünglich spielen sollten, das nicht will. Getränke können und sollen mitgebracht werden, der Eintritt ist 5$. Die unterschiedlichsten Leute sind da, laut Filkoe auch der gesamte harte Kern der Weirdo-Rap Fans aus Seattle und Milo, der zuletzt bescheidenes Freestyle-Talent vorwies, eröffnet den Abend mit einem überraschend guten und lustigen Set. Nach einer fast schon bewegenden Ansprache von Dug Yuck und den ersten gelungenen Sets der beiden kommen auch schon von Schildkröten-Rucksäcken träumende und in Kristallen bezahlende Fans, die Platten und Shirts haben wollen. Der Schuhhaufen kriegt eine 4. Die Galloping Halfwits-Tour ist lanciert! Denken wir, als uns nicht mal einen halben Tag später die Nachricht erreicht, dass es die beiden Jameses nun definitiv nicht schaffen. Das heisst für uns Kaffee, Sake, Bier und Zigaretten im Supermarkt holen, die Neuigkeit Zuhause zu verdauen versuchen, viel Gitarren-Lärm und zu guter Letzt fangen die beiden an, sich gegenseitig zu tätowieren. Wenige Minuten nach der Veröffentlichung des Resultats treffen auch schon Reaktionen per Telefon ein, bspw. von Bleubird ("Dug, you alright?") oder dem Beastmaster.

Der zweite Konzertabend findet im Lofi statt, DJ Introcut, mit dem sich prima Platten tauschen lassen, macht dort seit fünf Jahren jeden Dienstagabend sein Ding, und Filkoe erwartet diesmal eine ansehnliche Meute an Gästen. Es gibt zwei Räume, im hinteren läuft zu Beginn praktisch nur GangStarr (Guru ist am Tag zuvor gestorben), danach wird er von B-Boys in Beschlag genommen. Im vorderen, und daran merkt man, dass dieser wohl für die Halfwits vorgesehen ist, wird Company Flow gefeiert. Die "Meute", die zweifellos anwesend ist, ist leider eher wegen dem Breakdancing da; im vorderen Raum sind nicht mehr Leute als beim ersten Konzert. Filkoe hat für diese Tour kein Rap-Set vorgesehen und wird alles mit Akustikgitarre und Ukulele bestreiten, ganz im Stil von "Shooting Stars", und eröffnet den Konzertabend souverän. Auch Babel Fishh schafft sich neue Fans (Schuhhaufen 5), und nach kurzem Imbiss geht's nach Hause, da es morgen erst so richtig ernst wird.

Da wird das traute Heim dann zurückgelassen und der Highway nach San Francisco ins Visier genommen, nachdem die Show in Fresno angeblich wegen den beiden fehlenden Jameses abgesagt wurde. Übernachten in Medford Oregon, in einem Hotel mit einem 18er Pack "Big Boys" (0.5-l Dosen), wie wir erst beim Öffnen des Kartons merken und Babel Fishh auf Wolke 7 hieven lässt, der dies auch noch nie gesehen hat. Nach dem Aufstehen wieder ins Auto Richtung Santa Rosa, zum Haus des Beastmasters. Fröhliches Wiedersehen, unsere Willkommensbiere stehen in mit unseren Namen versehenen Kühlkessel bereit. Mit der Besichtigung des Beastmaster-Ateliers, erstklassigem Abendessen und einem kleinen privaten Hinterhoffest sind wir gestärkt für San Francisco.

Vorläufig werden wir bei Mildew Zuhause aufgenommen, wo uns seine neusten Beats und Malereien gezeigt werden, bis wir schliesslich zu Edisons Bleibe gelangen, wo wir nach dem lange herbeigesehnten Abend mit der Papervehicle-Gefolgschaft nächtigen werden. Als wir uns auf den Weg zum Lokal machen, beginnt Babel lustig zu zappeln und meint "es wird eine Überraschung geben", mehr will er nicht preisgeben. Beim Retox angekommen gibt's auch bald schon den Soundcheck und Edison sah nach wenigen Sekunden wohl sämtliche Handys der gerade präsenten Leute filmend auf sich gerichtet; er liess die Erwartungen für den Abend ins fast schon Ungesunde steigen. Zur Beruhigung eine rauchen draussen, als Filkoe plötzlich auf zwei sich nähernde Passanten zeigt: "Schau da, DoseOne & Ancient Mith". OK, einer der weiteren Spässe, und ich schaue mir die look-alikes mal an. Moment, das IST Ancient Mith!!! Die Sache mit DoseOne durfte in diesem Fall gerne ein Witz bleiben, aber die Tatsache, dass Ancient den Weg von Colorado nach SF auf sich genommen hat, nur um uns zu sehen und einen im Nachhinein legendären Abend zu verbringen, haut uns allesamt um. Der Gute-Laune-Mann in Hochform fällt allen in die Arme holt auch gleich eine Runde Bier und Whisky für alle, und von nun an überschlagen sich die Ereignisse. Die zweite Überraschung ist die Präsentation seines neuen Haarschnitts, welche normalerweise unter seiner guten alten Kappe verdeckt ist, und alle brüllen los, auch er selber. Dug Yuck eröffnet die hochkarätige Konzertreihe mit seinem bisher besten Set, die Leute klatschen und singen mit. Und endlich, eines der raren Papervehicle-Konzerte, auf welches alle schon lange gespannt waren, und gleich wird klar, weshalb. Kreativste Lines über Edison-Beats, als minimale Beschreibung. Beim Auftritt ist jenes Vergnügen zu spüren, das auch auf ihren Alben vermittelt wird. Niemand merkt, dass die Buben ihr Zeugs letztlich nie in voller Besetzung geübt hatten. Herausragend in jeder Hinsicht, auch die Soundqualität ist wundervoll. Zu schnell ist dieses Showcase vorbei, und nun warten auch die PV-Mitglieder darauf, dass Babel Fishh allem noch eins drauf setzt. Kaum hat dieser angefangen zu spielen, kommt Edison mit einem Freund zu mir und meint "Mich, this is Egadz". Was? Den würde ich in knapp drei Wochen ja sowieso treffen, um so amüsanter, ihn jetzt und unter diesen Umständen kennenzulernen. Wir grölen beide und Ancient hört nicht auf, uns oben an der Bar Bier zu holen, bis Babel Fishh mit seinem umjubelten Set fertig ist (Schuhhaufen 9) und in und vor dem Laden noch lange geplaudert und geblödelt wird. Jetzt, Zirkusübung: zu acht in Filkoes "grocery getter", wie er ihn liebevoll nennt, Egadz fährt, und während der Fahrt zu Edisons Wohnung werden von fast allen Mitfahrern Subtitle-Rhymes imitiert (schon Tage zuvor von Filkoe initiiert und zum kleinen Insider geworden), dass alle immer wieder in Gelächter ausbrechen und einige nur mit Mühe atmen können. Daheim angekommen dann noch einen "Risky Business"-Move (Film mit Tom Cruise) von Filkoe durch die Küche und alle brüllen wieder los, bevor es dann mit breitem Grinsen im Gesicht zu Bett bzw. Wohnzimmerboden geht. Aufwachen, Edison führt uns indirekt durch sein Quartier, als wir Bagels und Kaffee holen, danach nochmal ins Lokal da in dem Trubel diverse Dinge liegen gelassen wurden, und wenig später treffen wir dann endlich Rajbot, welcher sich, wie wir nur durch Zufall erfahren hatten, an diesem Wochenende ebenfalls in SF aufhält. Weder Babel noch ich hatten ihn bisher in persona getroffen, alle sind begeistert, erst kürzlich hatte er Dug Yuck und Babel Beats für ein gemeinsames Projekt geschickt (und was für welche!). Schade müssen wir auch schon bald wieder ins Auto steigen und den Weg nach Santa Cruz ins Auge fassen, wo Papervehicle und die halben Halfwits an einer Hausparty erwartet werden.

"Ein schönes Haus in einer ruhigen Gegend", sieben Menschen und eine Handvoll Schildkröten leben da, alle zwei Wochen gibt es ein Fest, meist mit elektronischer Musik. Freier Eintritt, Getränke und was sonst benötigt wird bringt man selber mit. Irgendwie scheinen sich alle da zu kennen, aber doch nicht wirklich. Fast nur "nerdy kids", und so eines eröffnet dann auch den Abend. Mit weiss angemaltem Gesicht wird ein Gedicht vorgelesen, das dann vor den letzten Zeilen angezündet wird, das Ganze über absurde Noise-Klänge, gefolgt von einem Gitarrenmenschen, der anscheinend allen bekannte Klassiker spielt, denn alle singen mit. Filkoe lässt sich von der Euphorie mitreissen und startet sein Set gleich danach, obschon noch gar nicht alle Papervehicle-Mitglieder eingetroffen sind, die ja nach ihm spielen sollen. Die Leute mögen sein Konzert, und beim letzten Song schlägt Filkoe seine antike Gitarre mehr oder weniger absichtlich zu Boden, alle erschrecken, als es knackst, und da trampelt er auch noch mutwillig darauf herum, bis sie in rund 21 Einzelteilen im Wohnzimmer verstreut ist. Nicht Absicht war es, die Gitarre bereits jetzt zu zertreten, das war für die letzte Show vorgesehen. Also etwas Pause, und plötzlich geht die Nachricht um, dass um 22.30 die Musik aus sein sollte. Na super, die PVs sind noch nicht komplett, Babel Fishh wäre da ja auch noch und es ist bereits 21.30. Gleich nach Ankunft von Home legen also Papervehicle los und bieten trotz beschissenem PA ein cooles Set, und als Babel um Beiträge für den Schuhhaufen (6) bittet, ist auch den Bewohnern egal, wie lange die Musik laufen wird. Wildes Fest, bis die Polizei eintrifft, und die Bewohner alle "Fremden" bitten müssen, zu gehen. Heisst für uns, gemütlich ein paar Dosenbiere vernichten, Geschichten erzählen auf der Terrasse und bald mal in die Heia.

Nach dem Sonntag Nachmittag am Strand mit dem Beastmaster, Edison und dessen Freundin wird auch schon wieder der Weg nach Stockton in Angriff genommen. Da angekommen, mag Filkoe die Strasse namens "El Dorado", und wir folgen mal derselben und parkieren irgendwo, als wir noch vor dem Aussteigen die Strasse des Lokals sehen, wo wir hin müssen. Stockton scheint ziemlich Gangster zu sein. Beim Lokal angekommen erklärt uns der Promoter auch gleich, dass am Tag zuvor ein Mann erschossen wurde, am örtlichen Spargel-Festival. Sowieso merken wir relativ schnell, dass wir den Ort hier wohl nicht vermissen werden. Innen gibt es eine schöne Akustik-Session, da wird uns auch erst mitgeteilt, dass die Musik um 22.00 aus sein muss. Egal, eine All-Ages Venue heisst in diesem Fall auch alkoholfrei, und wir werden nachher noch bei irgendwem Zuhause etwas feiern. Nicht so cool ist auch die Tatsache, dass jetzt fünf Bands reingedrückt werden müssen, und das sind auch fast alle Anwesenden, nicht mehr als eine Handvoll Besucher; sie hätten am Vorabend ein volles Haus mit einem Screamo-Konzert gehabt, da hat er es anscheinend nicht für nötig befunden, hierfür etwas Werbung zu machen. Etwas resigniert macht man sich ans verkürzte Werk, Babel gibt auch für das dezimierte Publikum alles und sein Schuhhaufen kriegt dank einem enthusiastischen Hauswart (Punkrock Veteran) eine 2, da dieser noch für weitere Schuhe aus seinem Lager sorgt. Die anschliessende Hausparty ist sehr merkwürdig und wir sind froh, den Ort am kommenden Morgen verlassen zu können; auch die Höhe der Gage für das Konzert am Vorabend wollen wir am liebsten vergessen.

Jetzt auf den Weg zu Shawn von Ooohh! That's Heavy Records in Huntington Beach unweit von Los Angeles. Da dieser bei unserer Ankunft noch nicht Zuhause ist, kehren wir in eine Bar in Sunset Beach ein, wo wir intensiv Willkommen geheissen werden; eine Gruppe rund 50-jähriger Männer hat Spass, alle schreien durcheinander herum. Einer gesteht uns, dass er drei Dinge liebt: seine Frau, seine Tochter (die gerade beginnt, Sex zu haben) und trinken. Er lädt uns auf eine runde Drinks ein, und wir müssen leider auch schon wieder los. Bei Shawn Zuhause kommt auch Glen Porter vorbei, und wir verschieben die Party zu dessen Heim, wo Drums, diverse Gitarren und Bässe und ein Pingpong-Tisch herumstehen. Das Bier fliesst in rauen Mengen, es gibt viele Runden Pingpong, in welchen ich selbstverständlich ungeschlagen bleibe, und eine Jam-Session mit Filkoe an der Gitarre, Glen Porter an den Drums (noch druckvoller als auf seinen Platten) und Babel mit Freestyles, danach Poolbillard in der Garage. Ein für mich legendärer Abend, bis einer nach dem anderen beginnt, in etwas zwischen Schlaf und Ohnmacht zu fallen. Tags darauf wird alles ruhig angegangen, schlimmster Hangover bisher, bisschen Strand, Bikinis und Cäsarsalat.

Gegen Abend langsam Richtung LA, wo der Jazz-Club "The Grand Star" in China-Town auf uns wartet, der Besitzer stellt sich persönlich vor und gibt eine Runde Bier aus, was aber die Einzige bleiben würde; das Abendessen wurde uns auch erst im Nachhinein verrechnet. Endlich Wiedersehen mit Bizzart; das Lokal an sich ist cool, gute Soundqualität. Da der Auftritt der Halfwits Bizzart zu verdanken ist, sind auch die restlichen Acts reichlich lärmig und schräg. Bizzart selbst zeigt sein bisher bestes Set, wilde Trommeleien und Raps über u.a. einen Nobody-Beat. Der Raum bietet einiges mehr an Platz als für die eingetrudelten Personen. Beim ersten Künstler sind gerade genug da, um den eben eingetroffenen Kollegen anstandshalber nicht das neue Equipment auf der Bühne ausprobieren zu lassen. Babel und Filkoe werden anständig gefeiert (Schuhhaufen 6), lustig zu sehen ist, dass Filkoes Lyrics auch die Augen der abgebrühten LA-Homies gross werden lassen. Walter Gross, Unconventional Science und Variex sind auch mit von der Partie, und da das Bier in einem Jazzclub in LA natürlich nicht unbedingt günstig ist, bleiben wir relativ sauber und sind so am nächsten Tag bereit für die Fahrt nach Oceanside, unserem südlichsten Punkt der Tour.

The Royal Dive hat die Grösse einer Auto-Garage. Wir kriegen "Samples" von Lokalbieren (gegen den Besitzer des Lokals Ken ist Hans Jucker ein Witz), so ist das Billardspiel ohne die schwarze Kugel auch nicht mehr so tragisch. Zuerst spielen einige Locals, welche uns das Konzert vermittelten, das Haus ist gut gefüllt, danach endlich eines der seltenen Live-Sets von Glen Porter (er tritt nicht gern auf) voller Bangers und ohne Enttäuschungen, nach welchem leider der Grossteil der Leute auch schon die Heimreise anzutreten scheint. Die langen Autofahrten, Wohnzimmerflurübernachtungen, nicht vorhandenes Essen und ansehnliche Mengen Bierkartons machen sich bemerkbar und nach Glen Porter habe ich keine Energie mehr, die Sets der Halfwits zu sehen. Scheinbar war der Soundmann ein Idiot, und Babel ist hinten und vorne mit seiner Show unzufrieden, sogar froh, dass ich es nicht gesehen hatte (Schuhhaufen 0). Als wir aufwachen, weiss Filkoe zum Glück, bei wem wir Zuhause sind, nur niemand, in welcher Stadt. Wir müssen wohl mal etwas ändern. Egal, den Highway finden wir schon, also auf nach Fresno, Richtung Norden, welches wie erwähnt zuerst abgesagt wurde, da die Jameses nicht dabei sind, für die Rückreise bedeutet für uns die erneut eingetroffene Anfrage aber ein willkommener Zwischenstopp.

Space. Wir sind wieder ein paar Stunden zu früh da, sehen ein Fast-Food Restaurant und wollen uns stärken. Buchstäblich ein paar Schritte um die Ecke ist dann das Lokal, wo wir hinbestellt wurden. Eine Country-Beiz, abends gibt es Live-Unterhaltung. Da treffen wir A.Hymnz und Matre, der Teil der Shapeshifters ist. Alles coole Leute soweit, zufriedene Stimmung, Ceschis Freund Murdoc liefert mit Drummer und Gitarrist ein wirklich gutes Konzert, er weiss auch so ziemlich alles über Mism Records, was natürlich Freude macht. Nach der mühsamen Erfahrung in Oceanside fragt Babel den Veranstalter, ob er etwas früher spielen kann, worauf dieser meint, du bist der Headliner, tu, wonach dir ist. Sweet, dann also Filkoe auf Murdoc, anschliessend Babel Fishh, Matre und Catch. Hier werden die Bühnenzeiten der Künstler erneut gekürzt, es sind zu wenig saufende Leute da, der Promoter muss die Security zahlen etc. Der Laden will also früh dicht machen, es ist trotzdem ein guter Abend dank der hiesigen Homies.

Nach gutem Frühstück wieder auf nach Santa Rosa, Zwischenstopp in Berkeley für deliziöse japanische Küche, danach Original Pizza Treats des Beastmasters, von Filkoe mit Fotos und Videos dokumentiert, Edison, der extra um uns da wieder zu sehen ein Auto gemietet hat und raus gefahren ist, und Babel können sich vor lachen kaum halten. Filkoe isst halt gerne und hat zu diesem Zeitpunkt Hunger. Noch an diesem Abend werden wir informiert, dass die Show in Portland abgesagt ist. Th' Mole und Demune wollten uns da etwas vermitteln, das scheint nun nicht zu klappen. Ein bittersüsser Abend in Santa Rosa, wie Filkoe sagt, viel Gegröle und trotzdem ein bisschen angeschissen wegen Portland halt.

Das bedeutet nun, dass Seattle unser nächstes Ziel ist, und wir mal losfahren und sehen, wieviel wir prästieren. Nächtigen in Cave Junction Oregon, beklemmender Ort nach den wunderschönen Redwoods in Kalifornien. Filkoe freut sich auf sein erstes grosses Steak seit der Highschool, danach ab in eine Bar, wo uns zwei Holzfäller erst verängstigen und später eigentlich nur froh sind um Fremdlinge, denen sie ihre Männer-Geschichten wild schauspielernd vortragen können. Sie warnen uns auch, dass die Mädchen im Club nebenan auf uns "out-of-towners" fliegen werden, wir aber Gefahr laufen, deswegen von den örtlichen Rednecks verhauen zu werden. Babel fühlt sich wie Zuhause in Houston und kann's natürlich nicht sein lassen, da schnell einen Blick hinein zu werfen. Da scheint das Fest aber bereits vorbei zu sein; Konfetti am Boden und zwei sich in den Armen liegende Jungs. OK, das brauchen wir nicht, zurück ins Hotel, Big Boys das Leben aushauchen und schlafen.

Kurz nach dem Aufstehen erreicht uns eine SMS aus Seattle, dass am Abend Existereo und Mestizo spielen würden und für die Halfwits auch noch Platz wäre, falls wir es pünktlich schaffen. Nach ersten Berechnungen werden wir wohl noch den Rest der Show sehen, also "pedal to the metal", wie Dug meint. So treffen wir früher als erwartet in Seattle ein, beim Café / Club Skylark, wo Mestizo und Existereo bereits draussen rumstehen. Graves, der den Abend in kürzester Zeit möglich gemacht hat, eröffnet den Reigen, viele gute Beats, über den Rap kann man streiten, auf ihn folgt Japanese Jesus, über den ich jetzt mal keine Worte verliere, Cadalack Ron als nächstes, Unmengen an Selbstvertrauen, gute Raps, auch wenn inhaltlich nicht ganz meine Welt, Mestizo und Existereo boten ebenfalls ein anständiges Set. Filkoe verzichtet aus Zeitgründen auf seines und überlässt die Bühne Babel Fishh (Schuhhaufen 5), danach gibt es noch eine Freestyle-Session mit allen Beteiligten. Die Afterparty ist bei Julien Zuhause, ein Produzent mit beachtenswerter Einrichtung, wo auch Existereo und Mestizo noch kurz aufkreuzen, aber bald wieder verschwinden, vermutlich weil das Mädchen-Aufgebot eher gering ist.

Zwei Tage später bildet Olympia mit der zweiten House Show ("the garden of sweden") der Halfwits das Ende der Tour, weder Promoter noch Hausbewohner sind da, macht nichts, nach zwei regionalen Acts spielt Filkoe eines seiner besten Sets der Tour für ein paar wenige Leute. Babel hat seinen MD-Player Zuhause liegen gelassen, und der mitgebrachte Sampler scheint weder über die Anlage noch den Gitarren-Amp zu laufen, Babel ist leicht geladen aber was soll's, ist ja nicht ein Publikum wie in SF oder Santa Cruz. Kurz danach zu Smear, wo wir ein letztes Mal auswärts nächtigen dürfen.

Das also als Einblick in die Galloping Halfwits Tour. Viele Eindrücke in wenigen Wochen, praktisch ausschliesslich positiv, für die beiden Halfwits gab es wie beschrieben diverse kleine "Bummer", wie es sie wohl auf so ziemlich jeder Tour gibt, aber man war sich zu jedem Zeitpunkt einig, dass es sich auf jeden Fall gelohnt hat und wir einen Haufen Spass und eine gute Zeit gehabt haben.

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